Von mir gibt es heute ein paar klassische Posing Tipps & Tricks, die ihr für eure Blog Fotos (oder generell Fotos) nutzen könnt! Ich denke es haben sich schon einige auf ein paar Fotografie-Beiträge gefreut!

Hinweise für den Posing Beitrag

Zu allererst vielen Dank an Sandra von Baerlinki.net, dass sie für mich Model stand und bei diesem unfassbar kalten Wetter mit mir Fotos gemacht hat!

Und noch ein kleiner Hinweis, bevor es gleich los geht: Das Licht war an diesem Tag in den Hackeschen Höfen mehr als bescheiden (leider) und ich hatte ziemlich mit den Einstellungen zu kämpfen (Die Haupteinstellungen für Blende & Verschlusszeit habe ich immer als Bildunterschrift mit eingetragen).

So vom generellen Look bin ich jetzt nicht 100%ig zufrieden mit den Fotos – denkt euch einfach, dass es hier nur um das Posing geht und nicht, ob jetzt das Licht/Bearbeitung/etc. geil ist!

Außerdem: Es wird noch einen Beitrag zum Thema Gesichtsausdrücke geben, heute geht es mal nur um die Körperhaltung! Okay, los geht’s!

Fehler 1: Zu nah am Hintergrund

Blende f/4.0 Verschlusszeit 1/320
Blende f/4.0 Verschlusszeit 1/320

Und hier sehen wir schon den ersten klassischen Fehler: Man will sich vor eine coole Wand stellen und posieren und steht dabei viel zu nah dran. So hat die Kamera gar keine Möglichkeit so schön „verschwimmen“ zu lassen, weil das Model eben direkt davor steht und mit der Wand quasi eine Einheit bildet.

Ich habe das ganze natürlich noch etwas forciert, in dem ich als Blende 4.0 gewählt habe (das bedeutet, dass ich auch wollte, dass der Hintergrund fast genauso scharf ist wie Sandra!).

Besser: Weiter Weg von der Wand

Blende f/1.4 Verschlusszeit 1/320
Blende f/1.4 Verschlusszeit 1/320

Zack, stellt man das Model von der Wand weg, gibt man dem Hintergrund auch die Chance zu verschwimmen und seine ganze Pracht im Bokeh zu entfalten. Hier habe ich auch absichtlich die Blende 1.4 genommen, um das ganze einfach zu verstärken und diesen Kreis-Effekt um Sandra zu erzielen.

Keine Regel ohne Ausnahme

Natürlich ist es euch und eurer künstlerischen Freiheit überlassen das Model so vor Wänden und Hintergründen zu stellen, wie ihr wollt! Hier zeige ich ein paar Beispiele, wo ich mich auch nicht an die Regel gehalten habe:

Model vor Wand
Model vor Wand

Ich wollte an dieser Stelle mit dem Sandstein des Gebäudes spielen, weil sich die Farben so in ihrem Kleid und ihren Haaren wiedergefunden haben. Der Hintergrund ist auch nicht so ablenkend wie eine Graffiti-Wand muss man dazu sagen. Trotzdem: Sie steht direkt davor, aber verschwindet nicht darin, sondern vereint sich eher.

Model vor Wand
Model vor Wand

Hier eine andere Möglichkeit, um die Wand in das Bild zu integrieren: Von der Seite fotografieren und den vorderen Teil durch die Blende verschwimmen lassen. Interessanter Effekt, wie ich finde.

Model vor Wand
Model vor Wand

Auch hier steht das Model (meine Schwester übrigens) direkt vor der Wand, aber seitlich weggedreht. Ich habe auch hier nicht frontal fotografiert, sondern stand eher seitlich, weswegen die Wand in den buchstäblichen Hintergrund rückt und nicht störend wirkt.

Fehler 2: Frontal ins Gesicht

Blende f/1.8 Verschlusszeit 1/320
Blende f/1.8 Verschlusszeit 1/320

Hier habe ich das gleiche Bild genommen wie oben, aber wir beide standen uns frontal gegenüber – jetzt fragt euch mal kurz wie oft ihr wirklich jemandem frontal gegenübersteht? Ich behaupte mal nicht sooo häufig. Deswegen wirkt es auf Fotos auch immer sehr direkt.

Klar, wollt ihr auf Girlboss und Beyoncé machen, dann stellt ihr euch frontal hin; geht es aber um Portraits für den Blog, wollt ihr eventuell nicht so „stark“ rüberkommen.

Besser: Kopf leicht drehen

Blende f/1.4 Verschlusszeit 1/320
Blende f/1.4 Verschlusszeit 1/320

Eine minimale Bewegung, aber ein ganz anderer Effekt als beim Bild oben. Entweder man dreht den Kopf ganz leicht zur Seite oder…

Blende f/1.8 Verschlusszeit 1/320
Blende f/1.8 Verschlusszeit 1/320

…lässt das Model einfach mal ganz woanders hinschauen. Hier ist auch der Körper noch leicht eingedreht. Man wirkt etwas unnahbar, aber der Bildbetrachter hat auf jeden Fall nicht das Gefühl, dass ihr ihn durch den Computer anspringt 😉

Fehler 3: Quetschgesicht

Blende f/2.5 Verschlusszeit 1/640
Blende f/2.5 Verschlusszeit 1/640

Auch ein Klassiker: Das Gesicht in den Händen aufgestützt. Auf jeden Fall eine niedliche Pose, am besten noch mit einem kleinen Lächeln. Nur wie sieht das bitte aus? Das eine Auge ist viel kleiner als das andere, der Mundwinkel Joker-like verzogen und überall Falten wie so ein Faltenhund!

Besser: So tun als ob

Blende f/2.5 Verschlusszeit 1/100
Blende f/2.5 Verschlusszeit 1/100

Der Trick bei dieser Pose ist, dass man so tut als ob man sein Gesicht in seine Hand legen würde. Aber auf Sandras Hand liegt momentan gar kein Gewicht. Dazu krümmt man die Finger noch leicht und schon hat man eine schöne Pose, die einem nicht das Gesicht eindrückt!

Fehler 4: Frontal mit ganzem Körper

Blende f/2.5 Verschlusszeit 1/60
Blende f/2.5 Verschlusszeit 1/60

Hier erinnern wir uns einfach nochmal an die 2. Regel: Frontal, eher nicht so. Klar kann man machen, keine Frage, aber irgendwie wirkt es doch sehr „kastenartig“.

Besser: Klassische GNTM Pose einnehmen

Blende f/2.8 Verschlusszeit 1/100
Blende f/2.8 Verschlusszeit 1/100

Jo, ich geb’s zu: Mit der Pose kann man so gesehen nichts falsch machen, weil das einfach der absolute Klassiker ist. Manche sagen ja langweilig (waaas?) – aber: Wenn ihr oder das Model sich erstmal für das Shooting „aufwärmen“ muss, dann ist eine klassische Pose einfach super.

Man stellt sich mit dem ganzen Körper seitlich zum Fotografien und dreht dann den Oberkörper Richtung Fotograf ein. Das Knie leicht eingewickelt, vielleicht noch die Hand in die Hüfte (darauf achten, dass ihr zwischen Körper und Arm eine Lücke habt) und fertig! Wenn ihr jetzt noch den Kopf leicht schräg legt, dann habt ihr schon mal gewonnen!

Fehler 5: Starr & Unbeweglich

Blende f/2.8 Verschlusszeit 1/80
Blende f/2.8 Verschlusszeit 1/80

Okay, stellt euch vor: Ihr wollt euer Outfit präsentieren von Kopf bis Fuß. Und dann stellt ihr euch hin und der Fotograf drückt ab und dann kommt ungefähr das da oben raus. Und irgendwie, nee.

Der Trick ist: Ihr seid zu starr! Fotos halten immer einen kleinen Moment fest und zeigen eben nicht das Outfit in seiner eigentlich Pracht – deswegen seid ihr gefragt! Bewegt euch, deutet Bewegung an, probiert einfach was aus.

Der Fotograf weiß schon, wie er das fotografieren muss, damit ihr dabei nicht unscharf werdet (manchmal haben unscharfe Bewegungsbilder ja das gewisse Etwas…)

Besser: Bewegen oder andeuten

Blende f/2.8 Verschlusszeit 1/80
Blende f/2.8 Verschlusszeit 1/80

Hier habe ich Sandra einfach mal auf mich zulaufen lassen…. man sieht die Bewegung in ihrem ganzen Körper und außerdem noch an dem leicht verschwommenen Fuß. Die Handtasche lebt – wenn ihr versteht was ich meine.

Blende f/2.8 Verschlusszeit 1/250
Blende f/2.8 Verschlusszeit 1/250

Bonuspunkte gibt es zusätzlich, wenn die Hände nicht in den Taschen sind (oder nur eine Hand), sonst macht ihr euch unnötig breiter als ihr eigentlich seid (und das noch plus dicker Winterjacke!).


Das waren meine Tipps & Tricks für euer Posing! Ich hoffe ihr konntet ein bisschen was mitnehmen und ich habe es gut erklären können! Zu allen „Fehlern“ sei natürlich gesagt: Es ist eure künstlerische Freiheit das zu tun und zu lassen, was ihr wollt.

Manche High Fashion Fotos machen das mit dem Frontal voll mit Absicht, weil man eben total stark und überheblich rüberkommen soll! Also alles kann, nichts muss!

Was sind denn eure liebsten Posen, die ihr für eure Blogfotos verwendet?

Posing Tipps & Tricks
Posing Tipps & Tricks
Autor

Hallo, mein Name ist Miriam. Auf Lux und Poppy schreibe ich über die schönen Dinge im Leben - vor allem über Lifestyle, Fotografie und Reisen. Ich lache sehr gern und habe ein Faible für alles, was mit Großbritannien zu tun hat.

11 Kommentare

  1. Toller Post! So schlecht finde ich deine Negativ-Beispiel-Bilder gar nicht. Sie sehen halt aus wie typische Schnappschüsse! 😀 Gut, professionelle Fotos sollen so natürlich nicht sein.
    Bei der GNTM-Pose musste ich schmunzeln. Du hast natürlich recht, zum Aufwärmen und Locker machen ist die Pose gut, aber sie sieht natürlich auch mega gestellt aus. Deshalb finde ich es super, dass du den Tipp mit der Bewegung auch aufgeführt hast. Das Bild gefällt mir am besten, weil es so dynamisch und „echt“ ist!

    • Lux und Poppy Antworten

      Aww, danke schön 😀 haha, ja sind wirklich typische Schnappschüsse 😉 Ah super, dass du ein Tipp dabei war für dich! Die GNTM Pose ist für den Einstieg einfach top, kann man nüscht sagen haha

  2. Tolle Tipps! Ich mag auch die Anspielungen auf GNTM und freue mich schon auf deinen Post zu Gesichtsausdrücken.

  3. Super Tipps, die kann ich gut gebrauchen 😀 Ich habe schon ein paar Mal versucht mich in selbst genähten Klamotten zu fotografieren und festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, eine gute Position zu finden. Ich bin auch schon gespannt auf den Beitrag mit den Gesichtsausdrücken!

    Viele Grüße,
    Julia

    • Lux und Poppy Antworten

      Danke schön! Und ja, es ist super schwierig – ich hab auch immer Probleme damit (ich steh ja nicht so oft selbst vor der Kamera hihi)

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